Xaymaca - Der Schlüssel von Hanimun

Autor: Hanimun
Titel: Xaymaca - Der Schlüssel
Kategorie: Romane & Erzählungen
publiziert am: 25.04.2010 18:33
Inhalt:

Ganz Neu zu haben:

Christine Barth

Der Schlüssel

- XAYMACA –

Zum Inhalt des Buches:

In „Der Schlüssel – Xaymaca“ beschreibt Christine die Ankunft auf ihrer magischen Insel Jamaika, den großen Herausforderungen denen sie jetzt real gegenübersteht. Sie beschreibt einfühlsam das soziale Engagement von ihrem „Magier“ und sich selbst, als die „Göttin“ und eine Portion Humor rundet die spannende Erzählung ab. Sind sie Heiler, Buddhist, oder Esoteriker? Sie werden in diesem Werk auf ihre Kosten kommen und das Bedürfnis haben recht schnell zu einem Besuch auf Jamaika zu kommen! Es erwartet sie ein detaillierter Blick in die Seelen der Anwohner und das praktiziert Christine anhand der Hellsichtigkeit. Erster Auftrag ist dort die Heillehre, so wie sie wohl nur in der Wildnis möglich ist und das zeigt Christine anschaulich anhand der alltäglichen Begebenheiten in Moreland Hill, nicht weit entfernt von Negril. Reisen sie mit und entdecken sie den Zauber und den „Schlüssel“ Xaymacas!

Herstellung und Verlag:

Books on Demand Gmbh – Norderstedt

ISBN: 9783837037944

Guten Morgen, liebe Sonne!

Ich räkle mich noch ein wenig und vernehme das Piepsen der Vögel aus den Bäumen. Gott! Ist das schön! Kein Straßenlärm, keine Lastwagen, kein Hupen am frühen Morgen, welch ein Segen das hier ist. Ich habe wahrlich zwölf Stunden hier in diesem Bett gelegen und lasse meinen Blick zu meiner Rechten schweifen. Ein kleiner Welpe mit einer hübschen Blesse an der Stirn hat sich bei mir heute Nacht einquartiert und schmatzt laut. Einer seiner Geschwister kann ich neben dem Kissen in Kopfhöhe ausmachen und ein weiterer Welpe hat die Gunst der Stunde ausgenutzt und hat sich an den Zitzen der Hundemutter festgesaugt. Ich liebe diese kleinen Welpen und streichle zärtlich ihre winzigen Ohren. Ich beschließe nun aufzustehen um draußen nach dem Rechten zu sehen und erst einmal den Hunden etwas Futter anzubieten. Fix werfe ich mir eine Wollstola über, denn am frühen Morgen ist es im Schatten noch etwas kühl, trete vor das Haus und sauge die frische Luft in meine Lungen. Schwanzwedelnd begrüßen mich unsere Wachhunde und betteln um ein paar Leckereien. „Ja, ja ihr bekommt euer Frühstück! Wo ist denn nur euer Herrchen? Ihr solltet ihm doch treu zur Seite stehen und ihn begleiten anstatt mir den Hof zu machen!“ Kaum ausgesprochen steht er da und grinst verschmitzt wie ein Schuljunge und hält eine Staude dieser kleinen Bananen in der Hand. „Guten Morgen! Wie ich sehe wirst du, kaum hier angekommen, heiß geliebt. Sie wollten partout das Haus bewachen und haben darauf gewartet bis du aus deinem langen Dornröschchenschlaf erwachst. Wie du siehst habe ich schon einmal einen Teil des Frühstücks gepflückt.“ „Guten Morgen! Das aber nenne ich aber Mal einen ausgezeichneten Service. Mir schweben da gerade in viel Honig gebackene Bananen vor.“ „Du hast es erraten! Auch habe ich schon einmal den Teig für die Fladenbrote fertig angerührt.“ Ich denke jetzt lächle ich bestimmt wie ein Honigkuchen und hantiere verlegen mit der Kaffeekanne herum. Er lächelt nur und weiß, dass er mich schon in Verlegenheit bringt, wenn er diesen hinreißenden Blick aufsetzt. „Sehr gute Idee! Mach du den Kaffee und ich schmeiß dann Mal die Bananen in die Pfanne.“ Inzwischen hängt die Aluminiumkanne über dem offenen Feuer und ich beobachte die Sonne, die langsam über einen der Hügel auftaucht und sogleich wohlige Wärme verbreitet. Ich bin ganz high und rufe nun: „Guten Morgen, liebe Sonne!“ Uwe legt indessen eine CD, meine Lieblingsmusik, in den CD Player ein und schon dudelt die Musik aus einen der großen Lautsprecher. „Christine, hast du denn heute gut geschlafen? Als ich in der Nacht noch einmal nach dir gesehen habe hattest du ja das gesamte Rudel im Bett. Erst wollte ich sie ja nach draußen setzen, aber ich wollte dich nicht stören.“ „Kein Problem! Du siehst doch, ich habe wie eine Tote geschlafen, da haben mich die Babys nicht gestört. Weißt du, es ist vielmehr so, dass sie mich getröstet haben. Ich vermisse Una so sehr, denn auch sie hat immer neben mir im Bett geschlafen.“ „Dann ist es ja gut, dass sie dich getröstet haben. Una ist wirklich ein ganz besonderer Hund. Aber du weißt sie wird bei Sylvia ein schönes Leben haben. Alexander ist schon ganz vernarrt in die Welpen, er wird auch bald darüber hinwegkommen.“ „Wo steckt unser Spross eigentlich?“ „Alexander schläft noch! Er ist bis heute Morgen um vier Uhr wach gewesen und hat mit uns geklönt. Du weißt schon, von Mann zu Mann Gespräche.“ „Das ist ein gutes Zeichen! So könnt ihr euch annähern. Nun, sollte er wach werden, hat er heute Glück und ein leckeres Mahl ist schon fertig.“ „Bist du nicht neugierig, was wir alles besprochen haben?“ „Nein, wir Mütter sind viel zu oft neugierig. Das ist jetzt eine Sache nur zwischen euch. Wenn er mit mir reden will, dann wird er es tun.“ Uwe nickt jetzt wohlgefällig und damit ist das Thema erst einmal vom Tisch. Ich indessen nehme den Duft von frischem Brot wahr und das Wasser läuft mir im Mund zusammen, denn auch die Bananen in Honig verbreiten ein köstliches Aroma. Wir setzen uns an einen großen selbstgebauten Tisch und ich schaue mir jetzt das wunderschöne Mosaikmuster der Tischplatte an. Hier hat sich Uwe wieder einmal, so wie einst in Berlin, künstlerisch ausgelebt und ich bewundere das Ergebnis: „Mein Kompliment! Sagenhaft diese Arbeit! Du hast am Telefon nicht übertrieben, als du vom Garten geschwärmt hast, er ist schön, wie der Garten eines Hotelgeländes. Du hast hier viel Arbeit und Liebe hineingesteckt.“ „Dann ist mein Plan dich zu beeindrucken ja vollends gelungen!“ Ich musste nun lachen, denn es drängte sich ein altes Foto auf, welches ich immer wieder in Berlin andächtig angeschaut hatte. Damals war darauf nur eine wackelige Holzhütte zu sehen. „Einen Penny für deinen Gedanken, liebste Göttin, an was denkst du gerade?“ „An ein Foto von deiner ersten Hütte. Selbst da wäre ich gerne eingezogen, du weißt doch, ich lasse mich durch Prunk und Pomp nicht blenden!“ „Das weiß ich Christine. Es war romantisch in der Holzhütte. Richtig schön war das. Aber ich wollte, dass du stolz auf mich bist, wenn du kommst. Ich freue mich, dass es dir gefällt. Ich habe immer an deine Vision gedacht, Christine, denn da bist du angekommen und ich habe letzte Handgriffe an einem Haus aus Stein verrichtet. Das wurde auch zu meinem Leitbild.“ „Du hast in der Tat deine Vision materialisiert. Es zeigt doch nur, dass du mit den universellen und kosmischen Gesetzen harmonierst.“ „Wer weiß? Möglich ist doch auch, dass ich der Magier bin und sozusagen von Hause aus zaubern kann. Der Gedanke gefällt mir jedenfalls!“ „Das glaube ich dir gerne! Weißt du eigentlich, dass du mir immer als Vorbild gedient hast?! Ganz besonders dann, sollte ich wieder, wie so oft, den Glauben verloren haben. Ich habe mir dann immer suggestiert, dass sich Träume und Wünsche materialisieren. Denn du alleine warst hier mein Leitbild!“ „Ich weiß, ich stand immer in Verbindung mit dir. Wie oft habe ich deine Verzweiflung gespürt und doch wusste ich, dass du deinen Lebensplan erst erfüllen musst um hier richtig ankommen zu können. Verdammt, das war nicht einfacher!“ „Wir hatten beide hier eine große Bürde. Da musste ich durch! Augen zu und durch, ja das war mein Motto. Zielgerichtetes Agieren und das auch noch mit einem Ergebnis!“ „Das war wichtig für dein Selbstwertgefühl. Hier hattest du einfach von Kindheit an zu wenig. Ich musste lernen alleine, ohne Andere zu dominieren und zu delegieren, etwas auf die Beine zu stellen. Ich glaube inzwischen auch an das Karma. Es ist doch bei näherer Betrachtung logisch.“ „Ich sehe, du hast dich mit meinen drei Büchern gründlich auseinandergesetzt! Das hättest du vor rund zehn Jahren noch nicht so theoretisch verinnerlicht. Du siehst man sollte beide Seiten, einmal die Theorie und zum zweiten die Praxis verinnerlicht haben.“ „Ja, das ist gut gesagt, erst dann findet der innere Ausgleich statt. Alles im Leben hat zwei Pole, das haben die Asiaten schon lange vor uns erkannt. Es ist nicht umsonst als Yin und Yang bekannt. Auch die Gegensätzlichkeiten führen in eine Harmonie. Sieh uns an! Wir sind von Grund auf verschieden und doch sitzen wir in Harmonie in der Sonne und genießen diesen schönen Morgen!“ „Wahrlich ist das so und außerdem haben wir inzwischen die dritte gebackene Honigbanane und das zweite Fladenbrot vertilgt! Hurra! Das Leben ist schön! Es ist immer wieder ein Wunder, dass meine Orakel, die ich durch die alten Wissenschaften löse, am Ende Recht behalten.“ „Sitzt jetzt hier mit einem alten weisen Eremiten und Magier in der Sonne Jamaikas und du darfst deinen Zauberstab der Hohepriesterinnen auch Mal beiseite legen.“ „Jetzt ziehst du mich ein wenig auf?! Dein Sarkasmus ist dir hier wohl nicht abhanden gekommen!“ „Ich habe das gerade ganz ernst gemeint und nur unumstößliche Fakten auf den Tisch gebracht holde Göttin.“ Unverschämt lächelnd sieht er mich an und berührt mich zärtlich mit seinem Schnurrbart im Nacken und was fällt mir dazu ein? Ich kann nicht anders – ich schnurre wie ein Kätzchen. Dieser Mann ist und bleibt immerzu ein charmanter Blender mit einer geradezu magischen Anziehungskraft! Kaum erwacht aus meinen doch sehr schlüssigen Gedankengängen, befinden wir uns auch schon im Haus und wühlen uns durch die Decken und Kissen. Wir lachen vergnügt, da wir in jeder Hand einen Welpen haben, den wir jetzt der Hundemutter anvertrauen. Hier und jetzt werden wir uns genüsslich aussaugen, auskosten und die Energien werden wieder fließen. Himmel und Hölle, ja, das ist die richtige Bezeichnung für eine Karma Liebe! Trostpflaster ist hier aber ein bestialisch guter Sex und knisternde Erotik! Das dürfen vorerst meine letzten Gedankengänge gewesen sein, denn Uwe reißt mich vollends in seinen tiefen Strudel der Ekstase und fließender Sinnlichkeit. Einfach fallen lassen! Indessen hat sich die Hundemama samt ihrem jetzt hungrigen Nachwuchs nach draußen begeben, um die letzten Reste Hundefutter zu vertilgen. Sie wird draußen vor der Tür trotz ihrer Mutterpflichten ihren Wachposten übernehmen, so viel ist sicher! Schon ein Stündchen später stellt sich Uwe seinen täglichen Pflichten und macht sich auf den Weg durch sein Farmland um dem Unkraut zuleibe zu rücken. Von der Ferne winken wir unserem Sohn zu, der schlaftrunken am Tisch sitzt und sich mit den Hunden unterhält. Er winkt uns erfreut zu und beißt in ein Stück Brot. Ich beobachte diese Szene nur kurz und bin beruhigt, denn ich spüre er ist mit sich im Einklang. Es bedarf hier keiner Worte, denn eine Geste reicht hier aus um zu einer Verständigung zu kommen. Ich wende mich nun den Beeten zu und zupfe unter Uwes Anleitung alles raus, was das Gedeihen der Gemüsepflanzen im Wege stehen könnte. Meine Hände graben sich in rote Erde. Uwe beobachtet mich schweigend und dennoch führen wir einen mentalen Dialog miteinander. Rote Erde! Endlich zu Hause sein, um glücklich zu sein! Bei dieser Zwiesprache mit mir selbst überfällt mich Sinnlichkeit und ich liebe das Gefühl zwischen den Fingern, dieser feuchten roten Erde, dieser sagenhaft schönen Präsens der Pflanzen. „Du scheinst in einer anderen Welt zu sein, wenn man dich so beobachtet!“ Denkt Uwe jetzt laut und schon wendet er sich wieder seiner Arbeit zu und erwartet keine Antwort. Ich lächle nur und deute ein zartes Nicken an. Inzwischen brennt die Sonne unbarmherzig und ich bin froh meinen Kopf mit einem weißen, feuchten Tuch umwickelt zu haben. Uwe wischt sich über seine Stirn und verkündet: „Da haben wir aber ganz gut was geschafft! Ich werde jetzt Alexander holen, der kann die Raupen und Schnecken einsammeln. Was meinst du, ich finde er sollte täglich kleine Pflichten haben?!“ „Gut! Finde ich Wichtig. Er ist bestimmt nicht abgeneigt. Später kann er mit mir zusammen die Raupen und Schnecken an unsere Hühner verfüttern.“ „Gut, dann werde ich ihm das ausrichten. Kommst du gleich nach?“ „Gib mir noch ein paar Minuten, dann komme ich nach. Ich wollte mir dort drüben noch deine Kräuter ansehen.“ „Bring doch von dort etwas Basilikum mit, ich mach uns einen Tomatensalat.“ „Mache ich! Was hältst du von leckeren Rühreiern dazu, die Hühner werden wohl so gnädig gewesen sein und uns über Nacht ein paar Eier gelegt haben. Es ist dann Alexanders erste Amtshandlung unseren Hühnern die Eier abzuschwatzen.“ „Na! Der wird staunen! Viel Spaß ihr zwei Helden!“ Uwe lacht jetzt und marschiert zum Haus, um Alexander die Schüssel zu bringen. „Alex! Guten Morgen! Helfe deiner Mutter beim Einsammeln der Schnecken, ja und anschließend fütterst du bitte die Hühner. Sei so gut und bringe nachher alle Eier mit die sie uns gelegt haben. Oder, nein, lasse ein Ei im Gelege liegen und merke dir das Nest. Vielleicht haben wir auch Mal wieder ein Küken. Beeile dich, wir wollen bald Essen!“ „Mach ich! Papa das Essen vorhin war echt gut, wollt ich dir noch sagen. Ich hab schon alles abgewaschen.“ „Prima! Dann ist für das Mittagessen also sauberes Geschirr da. So und nicht anders muss das Miteinander laufen. Ich bin stolz auf dich!“ Ich beobachte das Ganze aus der Ferne und sehe wie unser Sohn mit Stolz geschwellter Brust in meine Richtung läuft und bin froh, ihn überredet zu haben hier mit her zu kommen. Ich musste damals mit Engelszungen reden, denn in Berlin schien er immer mehr zu verkommen und ein asoziales Verhalten an den Tag zu legen, wie leider viele Jugendliche in der Stadt. Obwohl es noch Sprachbarrieren gab, hatte er sich trotzdem schon mit einem gleichaltrigen Jungen angefreundet. Selbst die Mädchen hier am Ort himmelten ihn an. Ich lächelte in mich hinein und sagte: „Wird Zeit, dass du dein Englisch ein wenig vertiefst! Heute Abend werden wir beide ein paar Vokabeln lernen.“ „Papa hat gesagt, das Patois wäre hier wichtiger!“ „Gut! Dann lernst du mit mir Englisch und mit Papa Patois.“ „Hätte ich Mal nichts gesagt!“ „Nun schimpf doch nicht! Du wirst auch am Lernen Spaß haben. Denke nur an die Mädels hier, die wollen sich doch gerne mit dir unterhalten.“ „Wie überall. Mädchen sind ja immer neugierig!“ „So! Lasse uns dann Mal in den Hühnerstall gehen. Die werden ihre Eier ja nicht freiwillig rausrücken. Haben wir genug Raupen?“ „Hier guck Mal! Mächtig viele! Da werden andere Vögel noch mit essen können!“ „Nun, ja, es dürfte genügen die Raupen ein paar Hundert Meter weg zu bringen. Meinetwegen sollen sie ruhig einmal zum Schmetterling werden dürfen. Aber unsere Plantage ist tabu!“ Inzwischen befinden wir uns an den Hühnerställen, die viel eher Freigehege sind und nur drei kleine überdachte Hütten haben. Ich kann etwa 15 Hühner ausmachen, die so emsig damit beschäftigt sind das letzte bisschen Gras zu stutzen, das sie jetzt kaum Notiz von uns nehmen. Als Alexander jedoch unsere Ausbeute auskippt kommt plötzlich reges Treiben in die Hühnerschar. Sogleich nutzt mein Sohn die Gunst der Stunde und greift in die Nester der Hühner und hat am Ende eine sehenswerte Ausbeute von zwölf Eiern. „Mama, ich lasse ihnen zwei Eier zum ausbrüten, dann hat das Küken später einen Spielkameraden. Wer will schon seine Kindheit alleine verbringen!?“ Spricht er und marschiert in Richtung Haus. Ich muss mich erst einmal etwas sammeln, denn hier ist mir klar geworden, dass Alex wohl auf seine Kindheit angespielt hatte. Er musste doch viel tief greifender unter seinem Alleinsein gelitten haben als ich vermutete. Alle Bemühungen meinerseits ihnen in Sportvereine oder in die Musikschule anzumelden um ihn aus seinem Eremitendasein herauszureißen gingen ins Leere und er verweigerte sich. Er hatte sich selbst allen Chancen beraubt und doch, noch Heute ist er sich dessen schmerzlich bewusst. Ich schrecke aus meinen Gedankengängen hoch und rufe ihm hinterher: „Alex du bist ein feiner Mensch! Dieses Privileg haben nur ganz wenige Menschen. Bleib so wie du bist!“ Die Sonne hat den Zenit erreicht und blendet mich in den Augen und so mache ich mich auf den Weg um das Basilikum zu pflücken. Hier in der Abgeschiedenheit ist mir jetzt klar geworden, dass ich nicht nur hier bin um fremde Seelen zu heilen, sondern auch die meines Sohnes und nicht zuletzt meine Eigene. Jetzt erst scheint mir meine höhere Aufgabe verständlicher. Was aber war der Schlüssel? War es Uwe? War es das wunderschöne Xaymaca? Herr Gott! Wie kommt es, dass du mir immer wieder Puzzle des Lebens aufbürdest? Mein Grübeln wird durch das Lachen aus der Ferne unterbrochen, denn ich kann von Weiten erkennen, dass inzwischen einige Kinder, denen wohl der Magen knurrt, sich eingefunden haben um mit uns zu Mittag zu essen. Ich buddle somit noch schnell drei große Knollen Yams aus um sie später zu dünsten. Anschließend geröstet schmecken sie hervorragend zu den Rühreiern. Ich lächle wieder in mich hinein und freue mich auf ein geselliges Mittagessen am Tisch. Uwe hat schon immer für die Kinder der Nachbarschaft mitgekocht, denn für gewöhnlich erhalten die Kinder nur selten eine warme Mahlzeit von den Müttern. Sollte einmal Geld vorhanden sein, dann wird es oftmals für Rum, Glücksspiele und Zierrat ausgegeben. Sollte aber die Großmutter im Haus wohnen ist das für jedes Kind als Glücksfall zu werten, denn dann erhält es in der Regel auch ein ausgewogenes Mahl. Leider können auch hier die jungen Frauen nicht mehr kochen, obwohl sie im Vergleich zur Stadt noch so Ursprünglich leben. Uwe hat schon angeheizt und auf dem Feuer steht der große Topf indem gleich die Knollen garen werden. Er lächelt mich liebevoll an und ich lächle entspannt zurück. „Komm her, ich schäle sie erst einmal und schneide sie kleiner.“ Sagt er jetzt und scheint wieder in seinem Element zu sein. Ich beobachte ihn und muss ihm dieses Kompliment machen: „Ich bin gespannt was du da zauberst. An dir ist ein Meisterkoch verloren gegangen! Ich kann mich noch so abmühen, es wird eher immer ein mittelmäßiges Ergebnis werden.“ „Dafür hast du eben andere Fähigkeiten an die ich wohl nicht heranreichen werde.“ Im Stillen denke ich, ganz sicher jedenfalls Diplomatie, denn ich kann jetzt „Fat Mummy“, wie eine kochende Dampfwalze anrollen sehen. Welche Laus mag ihr jetzt wieder über die Leber gelaufen sein? Mein Patois ist noch eher dürftig und so kann ich ihren wilden Flüchen wenig entnehmen, beobachte aber Uwe aus den Augenwinkeln, um zu folgern, dass die „Kacke buchstäblich am Dampfen ist“. Aus ihrem langen Worterguss entnehme ich den Namen „Lizzy“ und kombiniere in Sekundenschnelle: Lizzy die Hundemama hatte sich entschieden zukünftig bei uns ihre Jungen aufzuziehen und das behagte nun „Fat Mummy“ keineswegs, denn Lizzy war ihr Hund, ihr Besitz und damit der Nachwuchs auch! Uwe antwortet ihr in Patois und ich kann mir hier denken, dass es sich um die Standartantwort wie zuvor schon Hundert Mal handelt: „Gib deinen Hunden was zu fressen, dann laufen sie dir auch nicht immer weg! Du alte, geizige Fuchtel!“ Nun, ich indessen hebe einen Welpen hoch und lege ihn Mrs. Dampfwalze in die Arme und sofort erweckt es in ihr typische Mutter – Endorphine und ihre Stimmung erhellt sich ein wenig. Ein glückseliges Lächeln offenbart ein paar strahlend, weiße Zähne und die Mahagonifarbenen Augen nehmen einen zauberhaften Glanz an. Mit einer großzügigen Geste lade ich sie zum Lunch ein, verfrachte auch die anderen beiden Welpen auf ihren mütterlichen Schoß und fast ist mir ich vernehme da aus ihrem Munde ein wohliges Gurren. Mit ausführlichen Detailangaben bezüglich ihrer Kunst Wäsche zu waschen, überschütte ich sie geradezu und gerate ins Schwärmen darüber, dass ihre weiße Wäsche weißer ist als von Clementine aus der Werbung und das geht „Fat Mummy“ runter wie Öl. Jetzt kehrt Frieden ein und Uwe serviert lächelnd das leckere Essen und bedient die gute Seele liebevoll. Am Ende zieht „Fat Mummy“ mit einem Stapel Wäsche ab und verspricht sie weißer als weiß zu waschen. Uwe schaut ihr verwundert hinter her und gafft mich entgeistert an: „Da bin ich hier nun schon vier Jahre im Clinch mit ihr, immerzu mit demselben Scheiß und du kriegst sie in Sekunden lammfromm! Das glaub ich jetzt nicht! Obendrein kümmert sie sich noch um die Wäsche! War das Zauberei?“ „Nein, liebster Magier, das war eben nur Diplomatie! Der wahre Grund ihres Zornes war einfach der gewesen, dass sie sich übergangen gefühlt hat. Sie wollte nur beachtet werden. Jetzt fühlt sie sich geachtet und wertvoll. Die Hunde waren bislang nur ein Aufhänger.“ „Da soll doch einer die Frauen verstehen?! Ich hätte mir Jahre im Streit mit ihr sparen können.“ „Ja, das hättest du wohl! „Fat Mummy“ hat ein goldenes Mutterherz und sie hätte dich sicher gerne als Ersatzsohn an ihre mütterliche Brust gedrückt.“ „Na, wollen wir Mal nicht übertreiben! Aber damit die alte Fuchtel in Zukunft Ruhe gibt, kannst du ihr, wenn du die Wäsche abholst ihr ein Huhn mitbringen. Schade ist nur, dass das arme Tier nur nicht lange bei ihr leben wird, denn sie wird daraus fix ein Brathuhn gezaubert haben.“ „Dann gönnen wir es ihr. Vor gar nicht so langer Zeit hast du auch noch Fleisch gegessen.“ „Richtig, aber ein Huhn was uns jeden Tag ein Ei schenkt, ist viel wertvoller.“ „Soweit denken aber die Einheimischen nicht. Es zählt nur das Heute und nicht das Morgen. Denke daran, du bist hier her gekommen um wenigstens den Kids zu zeigen, wie man vorausschauend handelt. Der alte Spruch gilt ja auch hier: Was Hänschen nicht lernt – lernt Hans erst Recht nicht mehr! So, jetzt habe ich genug philosophiert! Was hältst du von einem kleinen Ausflug in die Stadt? Liebend gerne würde ich im Internetcafe meine E. – Mails abrufen. Inzwischen könntest du mit Alex in einer der Bars eine Cola trinken. Er wird das Patois viel schneller lernen sollte er reichlich Kontakt zu den Einheimischen haben.“ „Gute Idee! Ich könnte da gleich bei Rusky – Face etwas Reis kaufen. Der hat letztens Interesse an meinem guten Virginia Tabak geäußert. Könnte ihm jetzt eine Kostprobe geben.“ „Schön! Ist vier Uhr in Ordnung? Dann habe ich noch etwas Zeit um an meinem Buch zu arbeiten.“ „Abgemacht! Ich sage Alexander Bescheid und du lässt dich indessen von der Muse küssen. Wobei ich sagen muss, dass ich dich jetzt sehr viel lieber küssen würde!“ „Komm her, du Schwerenöter! Einen sehr leckeren Kuss bekommst du jetzt gleich und auf den Rest musst du dann bis zum Abend warten.“ Etwas später sitze ich, auf dem Schoß, mein „viereckige Kästchen“, wie ich es liebevoll nenne, im Haus und lasse es einfach fließen. Wie immer reihen sich die Worte wie die Perlen einer Perlenkette aneinander und in Gedanken bin ich sehr weit weg. Es wird mein viertes Buch werden und ich bin stolz auf meinen Erfolg, denn meiner Intuition nach, war es damals tatsächlich das Beste was mir passieren konnte, die Bücher übersetzen zu lassen, um sie in die USA, nach Kanada und nach Großbritannien zu verkaufen. Sylvia und ich hatten immer schon die Eingebung, dass das bald der große Clou sein würde und sich der Verkauf dadurch um ein Vielfaches steigern würde. Nein, nach wie vor stand der finanzielle Gewinn nicht im Vordergrund, vielmehr mein innigster Wunsch möglichst viele Menschen mit meinen Worten zu erreichen, um Freude zu verbreiten. Botschaften in die Welt hinaus tragen! Sylvia die Seelengefährtin und Freundin zugleich fehlt mir hier sehr. Es ist ein Trost zu wissen, dass nun Dank der modernen Kommunikationstechnik ein Dialog stattfinden kann. Noch zwölf Wochen und ich werde ihr in Berlin einen Besuch abstatten und kann das vierte Buch dem Verlag schicken. Trotz eisiger Kälte in Deutschland wird es mein Herz erwärmen auch meine Hündin Una wieder zu sehen und meine Nase in das weiche Fell zu stecken. Una ist eben nicht nur ein Hund. Una ist eine Seelengefährtin! Ich bin Buddhistin und Tiere haben den gleichen Stellenwert für mich wie Menschen, denn meinem Glauben nach haben Tiere Seelen, wie wir sie auch haben. Meinem Gefühl nach befindet sich jetzt die Seele meiner verstorbenen Hündin Giny in Una. Wie könnte es sonst sein, dass wir immer eng einander geschlungen eine schon symbiotische und mentale Verbindung zueinander haben? Wie gerne hätte ich sie jetzt bei mir! Leider geht das nicht, denn hier besteht britisches Recht und das schreibt bei Einreise eines Tieres eine lange Zeit der Karantäne vor. Das würde ich Una keinesfalls zumuten. Wochenlang in einem Zwinger, alleine ohne Zuwendungen dahin vegetieren. Schon der Flug von rund zwölf Stunden, im Bauch der Boing wäre eine Zumutung für meine treue Hündin. Es gab hierfür keine Lösung. Ich sehe mich im Raum um und entdecke alle Photos die ich im Laufe der Zeit an Uwe geschickt hatte, meines, das erste von mir, wo ich mit dem Falken auf dem Arm stehe und fröhlich in die Kamera blicke ist schon etwas vergilbt. Dieses Photo hatte einst Veronique in Tunesien auf dem Souk gemacht. Veronique ist nicht nur Künstlerin, viel eher ist sie eine mediale Frau wie ich, die mit ihrer Fähigkeit wahrlich die Seele eines Menschen einfangen kann. Keiner geht an ihren Fotografien einfach vorbei! Man bleibt andächtig stehen und staunt! Ich nehme mir jetzt vor, sie zu einem Besuch zu überreden und hoffe sie hat Lust hier auf Photosafari zu gehen. Schon zweimal hat sie die Ehre gehabt für mein Cover der Bücher ihre Kunstwerke zur Verfügung zu stellen und ich freue mich, dass sie damit ja auch als Fotografin verewigt wird. „Die Göttin“ meine Titelheldin symbolisiert schließlich auch all die anderen „Göttinnen“, so auch meine Freundinnen. Eine Jede hat ein besonderes Talent. Sylvia wird immer die Hohepriesterin sein, Karma Expertin und Astrologiekennerin und hellfühlige Frau. So ist Ilse eine Heilerin und schamanische Frau. Auch sie werden beide schnellstens auf einen Besuch zu uns kommen, denn es erwarten sie hier Aufgaben und unvergleichliche Freuden. Michi ist ebenso intuitiv veranlagt und ist mir wie eine Schwester. Auch sie wird hier etwas finden, was sie in ihrer Welt über dem Wasser hat noch nicht entdecken können. Wer weiß, sie hat großes handwerkliches Geschick und Uwe wird ihre große Freude an ihr haben, denn er zweifelt oft daran, dass es auch Frauen mit „Goldenen Händen“ gibt. Ich nehme mir vor schon Morgen mit der Dekoration unseres Gästehauses zu beginnen. Hier werde ich gleich in der Frühe zu „Fat Mummy“ gehen und um ihre Mithilfe bitten, denn sie ist nicht nur Clementine vom Dienst, sondern auch eine gute Näherin, die mir in Windeseile Vorhangstoff und Kissenhüllen zaubern kann. „Fat Mummy“ wird noch platzen vor Stolz, was sie noch alles schaffen kann und sie Anerkennung erhält! Ein weiteres Huhn, etwas Geld und die weiße Wäsche dürfte hier bis auf weiteres in ihr Aufgabengebiet fallen. Heute aber werde ich ein paar schöne Stoffe kaufen und mich inspirieren lassen. Mein Faible für Buddha-‚ und Asienmotive, vermischt mit Afrikamotiven wird auch dort zum Ausdruck kommen und ich freue mich schon auf die winzig kleinen Details, wie etwa Vasen, Kerzenhalter und Mineralien. Eine Veranda wird noch in den nächsten Tagen gebaut werden und erste Amtshandlung wird sein, einen Schaukelstuhl zu kaufen, in dem man nie wieder aufstehen möchte. Nun werde ich gleich zu Uwe laufen um ihm von meinen Plänen zu erzählen. Heute Abend werden wir die Plantage wässern, das ist eine große Freude! Die Kinder werden hier tüchtig mithelfen um später wieder die Chance zu erhalten ein weiteres warmes Mahl zu erhalten und eine Staude kleiner Bananen mit nach Hause zu nehmen. Sie werden nie Bittsteller sein, denn sie arbeiten dafür und erhalten ihren Lohn. Es macht ihnen Freude zu Bewässern oder Unkraut zu zupfen, denn sie wissen, dass sie immer mit Ernten. Wir werden, wie an jedem Tag, heiter und froh singen, denn ich lerne hier das notwendige Patois am schnellsten auf diese Weise. Ein wohl typischer Song ist hier: „Jamaica oman cunny, sah! Is how dem jinnal so? - - Look how long dem liberated An de man dem never know!” Das ist aus einem Gedicht von Louise Bennets. Es erzählt von der Emanzipation der starken und schlauen Frauen aus Jamaika. Das Patois entstammt aus der Zeit der Sklaverei und war eine Geheimsprache der Sklaven untereinander. Ursprünglich lebten die Arawak – Indianer hier auf Xaymaca, so wie sie es einst nannten – Land aus Wald und Wasser. Oberster Gott ihrer Religion war der Sonnengott. Das Paradies und das Reich der Toten, das war der Himmel, den sie Coyaba nannten. Hier gab es leider nur sehr wenige Überlieferungen aus alten Kultgegenständen bezüglich der Sprache. Wobei das „Canoe“, (Kanu), „Hammock“, (Hängematte), „Hurricane“, (Hurrikan) und „Tabacco“, (Tabak) durchaus bekannte Überlieferungen ihrer Sprache sind und Heute noch Anwendungen haben. Mehr darüber aber später! Jetzt aber geht es in die Stadt um Einkäufe zu erledigen. Es erwartet uns dort ein quirliges Treiben, mit kunterbunter Musik aus vielen Lautsprechern. Reggae, Tanz und viel Rum!

Krankenbesuche

Erste Sonnenstrahlen wecken mich in der Frühe und ich bin nun putzmunter. Wie jeden Morgen krakeelen unzählige Sittiche in den Bäumen und streiten um den besten Nistplatz. Uwe ist schon wach und aufgestanden und das lässt vermuten, dass er inzwischen schon Vorbereitungen für das Frühstück getroffen hat. Draußen vernehme ich nun leises Stimmengewirr und ich versuche jetzt die Stimmen zuzuordnen. Es scheinen nicht nur Uwe, Herr O. und Alexander wach zu sein und so treibt mich die Neugier an und ich ziehe mir nur schnell eine Tunika über und gehe neugierig den Stimmen entgegen. Es bietet sich mir ein seltenes Bild, denn am Tisch sitzt eine gesamte Familie aus der Nachbarschaft und schnattert in einem fort, so dass ich nur einzelne Gesprächsfetzen verstehen kann. Herr O. scheint mit seinem Englisch hier ja brillieren zu wollen und ist ganz vertieft in diese Diskussion. „Good Morning! What´s up?" Rufe ich in die Runde und Herr O. begrüßt mich mit einem Lächeln: „Guten Morgen! Ich hoffe du hast gut geschlafen?! Ich bin eben gerade durch den Tumult wachgeworden. So wie es aussieht habt ihr schon vor dem Frühstück einen Patienten zu versorgen!" Mein Blick wandert zu Bob dessen Miene eindeutig verrät, dass nur er unser Patient sein kann. Mit schmerzverzerrter Miene flucht er jetzt laut in Patois und hält sein Bein als könnte es jeden Moment abfallen. „Mein Gott! Wo ist denn Uwe? Gerade habe ich ihn noch gehört." Rufe ich aus und Herr O. antwortet sogleich: „Er ist eben gerade zum Kühlschrank gegangen um Medizin zu holen." Ich sehe mir die Wunde von Bobs Bein näher an und bin erschüttert, denn eine sehr lange und tiefe Schnittwunde offenbart sich mir. Uwe hat Bobs Bein in eine Schüssel gestellt, denn trotz der Wundkompresse läuft das Blut nur so hinaus und ich greife in den Erste Hilfe Kasten, streife rasch die sterilen Handschuhe über und suche so erst einmal die zerfetzte Arterie, presse diese fest zusammen und angle mir eine neue Kompresse aus dem Kasten. Uwe kommt mit dem Mittel zur örtlichen Betäubung wieder, küsst mich zart auf den Mund und bereitet schweigsam die Spritze vor. Herr O. ist inzwischen kreidebleich, denn in der Wanne hat sich schon einiges Blut gesammelt.
„Bitte gehe doch mit der Frau und dem Kind ins Haus rein! Das ist nur was für Hartgesottene! Du siehst schon ganz käsig aus. Schau dir die Kleine an, sie ist schon ganz verstört!" Das war jetzt eine klare Anweisung in einer angemessenen Situation gewesen und Herr O. folgt meinem Rat jetzt ohne mit der Wimper zu zucken und winkt Frau und Kind zu sich heran um sie ins Haus zu lotsen. Die Kleine sperrt sich und schreit laut und sowohl die Mutter als auch Herr O. haben Mühe sie in das Haus zu lotsen. Uwe hat indessen die feinste der Nahtnadeln herausgesucht und ein hauchdünnes Nahtmaterial eingefädelt und vernäht geschickt die perforierte Arterie, um ein weiteres Bluten zu unterbinden. Ich bewundere sein Geschick und denke bewundernd an ihm ist ein guter Chirurg verlorengegangen. Wahrlich, seine Hände sind Zauberhände, denn offensichtlich ist das Nähen gelungen und nur noch wenig Blut rinnt aus der Wunde. Ich hüte Bob wie meinen Augapfel, denn er ist Aschfahl und kalter Schweiß rinnt ihm die Stirn herab. Ich flöße ihm unaufhaltsam Wasser ein um seinen Flüssigkeitshaushalt auszugleichen, denn bedauerlicherweise können wir hier keine Infusion machen. Es fehlt an allen Ecken hier in der Wildnis, denn wir sind schließlich sehr weit ab vom Schuss und kein gut ausgerüstetes Lazarett. Ich prüfe alle zwei Minuten die Reaktion von dem Patienten. „Bob speak with me! You are right? Or feel you sick?" Bob hält sich wacker und scheint trotz der Schmerzen tapfer durchzuhalten und er murmelt unentwegt: "No Problem! No Problem!" Indessen hat Uwe die Armlange Wunde sorgsam vernäht und ich mache mich daran den Verband anzulegen. Auch mein „Magier" ist jetzt mehr als erleichtert und begrüßt mich liebevoll: „Sorry, das war ja ein aufregender Start in den Morgen! Hast du gut geschlafen?" „Aber ja! Es kommt wie es kommt! Was hat Bob nur angestellt?" „Er hat wie er erzählte mit der Kettensäge ein paar Bäume gefällt und ist unglücklich über eine Wurzel, die er nicht sah, gestolpert und da hat sich die Säge in sein Bein festgesurrt. Er hat Glück gehabt, dass Lisa ihre Tochter zur Schule bringen wollte und zufällig dort vorbeikam. Sie kam dann aufgelöst hierher und Herr O. und ich haben ihn erst einmal hierher getragen." „Da hat er einen Schutzengel gehabt! Was für ein Glück, er wäre in nur einer halben Stunde elend verblutet." Inzwischen hat Bob ohne Widerrede die Tabletten eingenommen und Uwe legt Bob auf den Boden, die Beine hoch - gelagert, um den Kreislauf zu stabilisieren. Bob ist erschöpft, aber wohlauf und wir beschließen jetzt die anderen zu holen damit man gemeinsam ein stärkendes Frühstück einnehmen kann. Da ich aus Erfahrung weiß, dass Patienten nach solch einem Eingriff dazu neigen zu erbrechen, bereite ich ihm nur einen Tee zu der mit viel Honig gesüßt ist. Die kleine Sally hat sich inzwischen beruhigt und ist sehr fürsorglich zu ihrem Daddy und die beste Ehefrau setzt sich zu ihrem Mann und erzählt ihm ein paar Witze. Die gute Stimmung kehrt sofort zurück und in Windeseile haben wir ein delikates Frühstück gezaubert. Herr O. ist noch ein wenig mitgenommen und ich versuche ihn nun etwas aufzuheitern: "Willkommen auf Jamaika! Was du hier erlebt hast ist fast Alltäglich, aber wie du nun siehst, egal was auch passiert die Lebensfreude kehrt immer mit sofortiger Wirkung zurück! Lass dir das gute Essen schmecken!" „Danke! Werde ich. Ist ja alles gut ausgegangen! Habe den beiden Damen vorhin korrektes Englisch beigebracht und sie damit ein bisschen vom Geschehen ablenken können. Die Kleine ist ja ganz helle!" „Ja, Sally ist gerne in der Schule und sie geht jeden Tag dort hin. Das ist hier bei den Einheimischen nicht oft der Fall, denn das Schulgeld will ja auch bezahlt sein." Ich beiße jetzt genüsslich in das Brot und überlasse nun den beiden Männern das Gespräch, denn Morgens bin ich nicht sehr gesprächig. Erst zwei Tassen Kaffee und zwei große Stücken des Fladenbrotes erwecken wieder meinen Redefluss und ich bin eine Rhetorikerin vor den Herrn. Ich stelle nun fest, dass ja Alexander fehlt und frage Uwe danach: „Sag mal, bei der ganzen Aktion am frühen Morgen stelle ich jetzt fest, dass hier Alex fehlt! Wo treibt er sich denn herum? Ich glaubte ihn vorhin schon gehört zu haben?!" „Hast du ja ganz richtig gehört. Er ist vorhin wohlgelaunt mit seinen Freunden zum Angeln gegangen. Bis nach Little London wollten sie und „Grandma" einen schönen Fisch mitbringen." „Ach so! Das ist aber edel von ihnen an die alte Dame zu denken. Unser Sohn macht sich und die anderen Jungs scheinen ihn als Vorbild zu sehen. Sonst sind die doch am frühen Morgen losgezogen und habe mit ihren Steinschleudern Vögel vom Baum geschossen! Da ist mir das Angeln aber lieber." „Finde ich auch! An so einem kleinen Vögelchen ist ja nichts dran was einen satt macht!" Uwe lacht neckisch und ich muss nun laut lachen. „Du Scherzkeks! Logisch ist an einem kleinen Sittich nichts dran außer Haut und Knochen! Ich finde Menschen echt abartig die kleine Singvögel verspeisen. Übrigens würde ich gerne mit unserem Gast nachher etwas die nähere Umgebung erkunden, was meinst du, ist das o.k? Oder brauchst du noch meine Hilfe?" „Nein, macht mal! Ich komme alleine klar! Um unseren Patienten kümmert sich seine Frau und wenn er wieder soweit ist, klemm ich ihn mir unter den Arm und bringe ihn nach Hause. Vielleicht kannst du Morgen zu ihm gehen und ihm einen neuen Verband machen." „Mach ich mein Schatz! Ist ja
selbstverständlich!" Uwe nickt befriedigt und ist auch schon dabei den Tisch abzudecken, er fixiert jetzt Herr O. und sagt: „Dann wünsche ich viel Spaß bei euren Abenteuertrip! Herr O. ich hätte Christine gerne zu einem Nachmittagsschläfchen wieder hier. Das ist hier Usus bei der Hitze und wir können heute Abend länger durchhalten und wach bleiben. Wir sollten uns wieder einmal ein gemeinsames Pfeifchen bei einem Lagerfeuer und Rum gönnen. Was meinst du?" Herr O. hat wohl die eindeutige Ansage von Uwe nicht verstanden und antwortet: „Ich liefere Christine unversehrt bei dir wieder ab! Ehrensache! Dann lass uns mal heute Abend das Friedenspfeifchen rauchen und anstoßen." Ich lächle still in mich hinein, fühle nun fast körperlich die Rivalität der Beiden, aber mache mir keine Gedanken, denn sie sind auch in der Vergangenheit damit relativ entspannt, schon fast „cool", damit umgegangen und werden sich wegen mir keineswegs bekriegen. Mein Magier ist sich seiner sicheren Stellung bewusst und zeigt Hoheitsvoll, wie ein Löwe seine Dominanz, ohne auch nur eine Kralle auszufahren. „Prima! Dann können wir ja losmarschieren. Vielleicht treffen wir ja zufällig die Jungs beim Angeln! Ich würde vorschlagen wir gehen entlang des Flusses, da gibt es allerhand zu sehen." „Also gut, machen wir uns auf den Weg!" Wirft Herr O. fröhlich ein und hat wohl Uwes unterschwellige Rivalität wohl nicht bemerkt. Gut, denke ich, dass nicht alle diese sehr sensiblen Wahrnehmungen haben und gehe nun voran um auf den Wanderweg zu kommen. Um uns herum explodiert die Natur förmlich und ich kann mich nicht genug satt sehen an diesem sehr prachtvollen Farbenrausch. Herr O. scheint meine Verzückung zu bemerken und schaut mich jetzt eindringlich an. „Du scheinst förmlich Energien in dich aufzusaugen! Du kommst mir so vor wie ein überdimensionaler Staubsauger." Ich muss jetzt lachen, denn ich finde den Vergleich zu komisch! „Ja, so unrecht hast du gar nicht! Jedes Mal, wenn mich etwas tief bewegt, sei es Poesie, Musik oder eine Landschaft, wird mir bewusst, dass ich in einem bedeutsamen Universum lebe, dass sicher Besseres von mir verdiente als die kleingeistige Trägheit, in der ich gewöhnlich lebe. Und dann begreife ich plötzlich, wie tödlich diese lauwarme Zufriedenheit ist, die so harmlos aussieht wie das Efeu an einem Baum. Sie nimmt mir alles Leben, weil sie meine Zielstrebigkeit und Vitalität unter - gräbt. Ich muss mich klar auf diese unermessliche Bedeutung konzentrieren, die mich umgibt, und alles, was weniger bedeutend ist und mich davon ablenkt, weit von mir weisen." Herr O. folgt mir aufmerksam und an seiner Miene kann ich wohl erkennen, dass er jetzt versucht zu ergründen was ich wohl gemeint haben könnte. Doch schneller als gedacht scheint sich bei ihm eine Erleuchtung abzuzeichnen: „Ja, ich denke, ich weiß was du da meinst. Der Mensch, so könnte man sagen, ist wie jemand, der im Grand Canyon lebt, aber so kurz - sichtig ist, dass er aber keine fünf Meter weit sehen kann. Oder wie jemand, der in einer großen Kathedrale lebt, aber rundum von einer Art Vor - hang umgeben ist, wie im Kabinett eines Sehers, der ihn, wo immer er auch hingeht, begleitet. Der Vorhang ist die „Alltäglichkeit", ja, wohl mehr ein Bewusstseinszustand als eine objektive Wirklich - keit." Ich bin erstaunt über seine Tiefsinnigkeit und genieße jetzt das Philosophieren: „Richtig! Man muss sich den menschliche Geist wie etwa wie ein Radar vorstellen. So wie es ähnlich ja auch bei den Fledermäusen ist. Manchmal strecken wir unsere Antennen aus und „Spüren" die Wirklich - keit um uns herum. Aber im gewöhnlichen und alltäglichen Leben zwingt mich ja nichts, meine Antennen sehr weit „auszufahren" und dann lasse ich es auch sein." „Stellen wir jetzt fest, dass das ein anderer Moment ist und du jetzt deine langen Antennen ausfahren kannst!" „Genau! Ich kann mich in solchen Momenten den Energien widmen und dazu bedarf es der Konzentration." Herr O. scheint es tatsächlich verstanden zu haben, denn versonnen schaut er sich jetzt eine Orchidee an und inspiziert mit viel Fingerspitzengefühl jeden einzelnen Kelch der Blume. Ein betörender Duft steigt uns in die Nase. Als scheint unsere Energie zu wachsen und sich zu verbreiten erscheint aus dem Nichts plötzlich ein Kolibri, der jetzt dieser Versuchung nicht widerstehen kann und saugt aus einer der Blüten den Nektar heraus. Wir sind erstaunt, dass er uns nicht als störend empfindet und beobachten einige Zeit das Unterfangen und lächeln uns nun einvernehmlich an. Nachdenklich sagt er: „Ich habe Gestern dein Manuskript ganz interessiert gelesen. Ich frage mich wie du in der ereignisreichen und schweren Zeit damals hast die Bücher schreiben können? Wie kannst du nur diese schöpferischen, phantasievollen Details zu - wege bringen, stetig umgeben von der negativen Alltäglichkeit?" „Eben das ist ja genau das, was wir eben gerade besprochen haben. Es geht, denn es zählt der Augenblick. Vergeistigung alleine ist der Sache nicht dienlich, man muss es fühlen und verinnerlichen. Die Überwindung dieser Hürde ist der Schüssel!" „Ach, das meintest du auch mit der Metapher, der meditierende Buddha sitz inmitten eines bröckelnden Turms und bewahrt Ruhe und Konzentration für die wahrhaftigen Dinge!" Ich freue mich jetzt ungemein und antworte sogleich: „Meinen Glückwunsch! Jetzt hast du das Ganze nicht nur vergeistigt, sondern auch verinnerlicht!" Schweigend gehen wir nun in Richtung Fluss und ich nehme mir nun vor heute darin zu baden. Es ist unwahrscheinlich, dass ausgerechnet heute ein Krokodil sich darin verirrt hat und kaum dort an - gekommen ziehe ich meine Schuhe aus, entledige mich meiner Hose und des Shirt und lächle jetzt meinen Seelengefährten herausfordernd an: „Na, komm schon! Genieße den „Augenblick", haben schließlich genug Theorie gehabt, da wäre ja jetzt wohl die Praxis angebracht!" Das lässt er sich nicht zweimal sagen, entledigt sich seiner Sachen und springt übermütig ins kühle Nass. Andächtig lassen wir uns nun ein paar Momente treiben und beobachten kleine, aprilkotfarbene Vögel die eben gerade ihre Beute zu einem Nest schleppen und ein paar winzige Schnäbel an dem dargereichten Wurm zerren. Herr O. scheint aber noch mehr denn je unser Gespräch zu reflektieren und fragt: "Wie können wir diese besonderen Kräfte in uns nun mobilisieren? Mir scheint es einfach nicht zu gelingen und was habe ich alles schon versucht!" „Richtiger wäre zu fragen: Was hindert uns daran, sie zu mobilisieren? Meine Antwort ist: wir haben Scheuklappen! Hiermit meine ich Engstirnigkeit, die Tatsache, dass das Bewusstsein mit trivialen Dingen beschäftigt ist, wie zum Beispiel, warum mein Auto soviel Öl verbraucht, oder ob der Ehe - mann treu ist. Der unfehlbarste Weg, diese Kräfte zu entwickeln, besteht für den Menschen darin, sich systematisch von der Trivialität abzuwenden, das Nahe abzuweisen und sich auf die Ferne zu konzentrieren. Der Mensch aber muss positives Bewusstsein entwickeln. Seine heutige Stufe der Evolution hat er dadurch erreicht, dass er gelernt hat, seinen Geist wie ein Mikroskop zu benutzen und sich auf das Kleine zu konzentrieren. Dies aber machte ihn ja leider zum Opfer des Kleinen und Negativen." „Eigentlich ein Teufelskreis! Es ist widersprüchlich, finde ich." „Ja, die schon fast kindliche Unreife der Menschen, wie etwa alberne Streitigkeiten aus nichtigen Gründen. Wir sind ja Sklaven der verblüffenden Detailbesessenheit - ähnlich wie die Hausfrau, wenn ich jetzt mal diese Metapher heranziehen darf, sagt: „Lass die Sonne herein, aber pass auf, dass sie sich vor der Tür die Schuhe abputzt!" Eine solche Frau genießt wohl das ihrige Leben nicht wirklich. Wie wir alle, ist sie in ihrer eigenen Negativität gefangen!" Herr O. lächelt jetzt und hat meinen Wink mit dem Zaun - pfahl wohl verstanden und bemerkt: „Jetzt hast du es mir aber gegeben! Du sprichst hier sicherlich meine Marotten an." „Ja, denke nur an die Zeit zurück, wo wir uns regelmäßig bei dir zu Hause getroffen haben! Das erste worauf du bestanden hast war, dass ich mir unverzüglich die Hände zu waschen habe. Du hast mich sogar bis in das Bad verfolgt, nur um zu überprüfen, ob ich auch sofort Folge leiste. Stattdessen wäre sinnvoller gewesen, wenn wir uns, wie verabredet, unserer Meditation hätten hingeben können. Sorry, aber das war hier wirklich vergleichbar mit der Metapher, die ich dir nannte." „Du hast hier Recht! Unsere positive Schwingung hat das nicht gerade gefördert. Ich habe alles falsch gemacht! Auch die Meditation genau nach der Stechuhr zu machen, war ja wohl der Sache nicht dienlich." Ich nicke jetzt nur sehr nachhaltig, denn es bedarf keiner Worte mehr! Ich friere nun ein bisschen und schwimme an Land um mich von der Sonne trocknen zu lassen und ich entdecke ein moosbewachsenes Plätzchen. Ich strecke mich genüsslich aus und genieße nun die Sonne die durch die Baumkronen dringt. Wie so oft schließe ich die Augen und es offenbart sich mir ein atemberaubendes Farbenspiel in blau, rosa und grün. Hier frage ich mich immer, welcher der Sinne es nun wahrnimmt, die physischen Augen, oder aber das „dritte Auge"? Er liegt inzwischen auch neben mir, denn ich fühle seine Energie, er braucht mich noch nicht einmal berühren. „Was meinst du, wie kann es sein, dass wir diese vielen leuchtenden Farben sehen, öffnen wir die Augen dann sind sie weg?!" „Gute Frage! Habe ich mich auch schon oft gefragt." „Du wirst mir jetzt sicher zustimmen, dass wir jetzt in dieser positiven und entspannenden Energie sind. Wir öffnen uns beide gerade für die Mysterien dieser Erde!" „Mit dir ist es nie langweilig, du bist wie ein Kind das seine Welt erst entdeckt. Ich glaube wir Männer sind da doch viel pragmatischer veranlagt." Ich halte noch immer den Fokus auf das Farbenlichtspiel und sage: „Aha! An was denkst du jetzt?" „Daran ob Uwe etwa bereit wäre zu akzeptieren, dass ich nur einmal zum Abschied mit dir schlafe. Das sind jetzt meine trivialen Gedankengänge." „Du hast es erfasst, es ist in der Tat in diesem Moment trivial. Denke doch nicht jetzt darüber nach und lasse es einfach mal zu gegebener Stunde geschehen! Hier entscheide ich doch schließlich ob ich das zulasse. Uwe spielt da keine große Rolle, denn er hat was Treue betrifft eine sehr ähnliche Auffassung wie ich. Er teilt ja nicht gerne, wer macht das schon, aber verlieren will er mich nicht. Wenn er hier ein Problem hat, dann nur damit, dass du ja mehr willst!" „Du hast Recht! Ich verderbe uns wieder die schöne Stimmung durch eben diese Unnützen Gedankengänge. Ich bin dir eben noch nicht ganz gewachsen!" Ich strecke mich jetzt genüsslich aus und fühle mich richtig von der Sonne aufgetankt. „Komm! Lass uns weiter gehen. Vielleicht treffen wir ja noch die Jungs?!" Herr O. springt wie ich jetzt auf und hält meine Hand fest um mich hoch zu ziehen und lächelt „like a Gentleman". Wenn er doch nur damals immer so gewesen wäre! Nun grüble ich schweigsam und wir wandern durch die wunderschöne Landschaft. „Die Numerologie Analyse im Mai hat mich auch begeistert! Wie ist denn das Ergebnis von dir?" Fragt er jetzt und er reißt mich abrupt aus meinen Gedankengängen, aber ich antworte sogleich: „Ja, ist eine wirklich sehr alte Wissenschaft. Haben die Hebräer wohl als erstes ausgeknobelt. Deine Namenszahl war ja die 9 für den Eremiten, nicht? Ohne den zweiten Vornahmen wäre es glaube ich der Kaiser! Aber ich fand deine Schicksalszahl interessant, denn da warst du der Hohepriester." „Richtig! Hast du dir gut gemerkt!" „Ja, ich habe inzwischen ein gutes Zahlengedächtnis! Ich bin ja, was die Namenszahl betrifft, auch der Eremit, so wie du. Wobei aber die Urform der Numerologie, frei nach Cornelius Agrippa, hier etwas andere Berechnungen macht. Da werden noch einmal innere Werte berechnet und äußere Werte. Sozusagen eine Verfeinerung der Ergebnisse. Da wäre meine innere Natur hier der Hohepriester und die äußere, sichtbare Natur wäre der Wagen. Meine Schicksalszahl ist aber der Wagen, so oder so, also egal in welcher Variante. Ich habe die Unterlagen hier, dann könnte ich das heute mal für dich ausrechnen!" „Sehr gerne! Wir könnten das zusammen machen, dann kann ich das System gleich kennen lernen. Wie kommt es, dass eine Frau ein Hohepriester sein kann? Es ist doch eine männliche Bezeichnung." „Du bist und bleibst ein Chauvinist! Aber du hast gar nicht so unrecht, denn damals gab es Numerologisch hier in der Entsprechung nur den Hohepriester, weil im Umgangssprachlichen die männliche Form ja eher verwendet wurde. Außerdem musst du hier bedenken, dass wir hier das Tarot heranziehen, zu der Numerologie und das Tarot ist sozusagen ein Abkömmling der Numerologie." „Also, wenn ich richtig verstanden habe, ein Nachzügler? Somit ist logisch, dass die weibliche Hohepriesterin später anerkannt wurde." Von weiten kann ich jetzt ein lautes Lachen hören und zeige in diese Richtung. Er läuft nun wie ich den Pfad zum Fluss entlang und mein Gehör hat mich nicht getrübt, denn wir können ein paar junge Leute ausmachen, die wohl unbekümmert herumalbern. Tatsächlich ist mein Alexander mit von der Partie und ich rufe: „Hallo ihr Angler! Schon was geangelt?" Sogleich kommt Alexander angelaufen und verkündet stolz: „Hey, was macht ihr denn hier? Logisch haben wir hier was geangelt! Guck mal in den Eimer!" Herr O. ist nun sehr interessiert und begutachtetet den Fang und bekennt freimütig: „Wow! Da habt ihr aber ein wirklich schönes Prachtexemplar geangelt! Du hast das Talent von deinem Daddy geerbt. Bist du auch so ein guter Koch Alex?" „Logisch! Das kann ich heute unter Beweis stellen, denn den Fisch da, den werde ich zubereiten." „Dann werden deine Mutter und ich mal langsam nach Hause traben, so wie es aussieht kommst du auch bald nach!? Es scheint ihr habt genug geangelt." „Ja, es reicht für heute! Wir können ja zusammen zurückgehen! Du warst doch schon in Südafrika, nicht? Mama hat mir erzählt ich war da auch schon, aber da war ich noch ein Baby." „Allerdings, aber auf einer Yacht bist du auch schon gewesen, zusammen mit Mirco und deiner Mutter. Kann mich aber erinnern, dass es dir gefallen hat." „Cool! Leider weiß ich davon nichts mehr! Kannst du hier demnächst eine Yacht mieten? Dann würde ich mal mit dir Segeln. Oder ist das zu teuer?" „Für ein Segelboot reicht es auf jeden Fall, für sagen wir zwei Tage und Nächte. Ist eine gute Idee! Das machen wir! An einem Ort zu bleiben ist mir zu langweilig auf Dauer und da wäre das eine gute Abwechslung. Außerdem sieht es ganz so aus als bist du ein Bursche der tüchtig mit anpacken kann. Du bist also angeheuert! An einem Tag nehmen wir deine Mama und deinen Papa mit, der andere Tag ist für dich ganz alleine reserviert." „Cool! Kann ich einen Kumpel hierzu mitnehmen?" „Ein Freund ist in Ordnung! Mehr aber bitte nicht!" Erfreut verfolge ich während der Wanderung die angeregte Unterhaltung und ich muss zugeben, dass mir diese Abwechslung des Alltags gut gefällt und ich werfe begeistert hierzu ein: „Das ist ja phantastisch! Dann kann ich dir ja mal das Tauchen näher bringen. Gleich am Hafen kann man eine Tauchausrüstung mieten. Uwe hat mit Sicherheit große Lust dazu!" „Warum nicht? Ich hatte seit Südafrika nie mehr die Gelegenheit dazu und werde mich wahrscheinlich eher wie ein Anfänger aufführen. Aber Madame war ja mal in Ibiza Tauchlehrerin, da wird's schon werden! Mit Uwe war ich in Phuket Tauchen, war nicht übel, aber wir sind weit entfernt davon Profis zu sein!" „Keine Sorge! Hier in der Karibik braucht man nur etwa zehn Meter runter und es offenbart sich schon ein wahres Paradies." Indessen sind Alex und die anderen Jungs schon vorgerannt, denn wir befinden uns schon fast an der Riddim Vally Farm. Wir durchstreifen jetzt noch ein paar dieser Dornensträucher, entdecken auch ein paar dieser merkwürdig anmutenden Kakteen und am Ende passieren wir das Zuckerrohrfeld. Als wir dann ziemlich erschöpft ankommen erwartet uns Uwe schon und lächelt. „Hey, eine ganz schöne Tour, was? Alex ist schon mal dabei das Essen für uns vorzubereiten." Ich umarme meinen Magier jetzt liebevoll und flüstere ihm ins Ohr, dass jetzt ein kleines Mittagsschläfchen genau das Richtige ist und Herr O. räuspert sich und verkündet: „Dann werden wir uns wohl am besten etwas ausruhen und die Beine hochlegen! Der Jet Leg fordert noch seinen Tribut. Also, bis später!" „Ja, dann sehen wir uns zum Essen in zwei Stunden!" Antwortet Uwe gut gelaunt und ergreift meine Hand. In der Tat freue ich mich auf ein gemütliches Bett und selbstverständlich außerordentlich auf Uwes sehr intensive Streichelmassage! Das lässt mich jetzt etwas schneller gehen und rufe Alex noch schnell zu: „Rufst du uns um etwa vier Uhr?" „Alles klar! Dürfen wir Musik anmachen?" „Kein Problem! Ja macht nur!" Ruft Uwe zurück und zwinkert mit dem Auge. Zu mir gewand fragt er: „Habe ich von Alex richtig gehört, dass wir zum Segeln und zum Tauchen gehen? Der war ja vor Freude ganz aus dem Häuschen!" „Richtig! Vielleicht können wir das für den Sonntag planen. Da hast du ja sowieso deinen Ruhetag." Uwe grunzt jetzt zufrieden, was bei Männern, die nicht mehr reden wollen, ganz sicher als Zustimmung zu werten ist und ich bin ebenfalls zufrieden. Inzwischen ist sogar mein so erschöpfender Redebedarf durch Herr O. vorerst gedeckt und ich lasse mich auf das Bett fallen. Er folgt mir sogleich und umarmt mich zärtlich um mein Hemd und BH abzustreifen. Wozu hier noch viele Worte? An schlafen ist vorerst wohl nicht zu denken, was aber hier ganz meinen Bedürfnissen entspricht und ich ziehe Uwe gleichermaßen aus und widme mich seines Körpers, der mir vertraut ist wie kein anderer. Trotz der viele Jahre seit dem ersten Zusammentreffen hat er sich nicht merklich verändert. Durch die schwere körperliche Arbeit auf der Farm haben sich seine Muskeln auf ganz natürliche Weise ausgebildet, was zu Anfang nur die Hanteln bewirkt haben. Inzwischen, durch die rein vegetarische Kost und nur hin und wieder Fisch ist er drahtig - Schlank, was ihm gut steht. Sicher, die Babys haben ihren Tribut gefordert, es dürfte sich auch Cellulite bei mir finden, dennoch habe ich mich ja noch ganz gut gehalten. Nur zu gerne lasse ich mich in den Strudel fallen, versinke in den wohltuenden Energien und genieße jede der Streicheleinheiten seiner Hände um sie ihm zurückzuschenken. Draußen hört man nur Musik und leise Stimmen und ich denke mit Freuden an das köstliche Gericht, welches Alex jetzt zaubern wird. Es mag eine Stunde vergangen sein, da fällt mir ein, dass unser Verletzter von heute Morgen noch besucht werden muss und teile das Uwe mit.
„Was meinst du, können wir noch schnell rüber laufen und nach dem Rechten sehen?" Er krault mein Nacken und sagt: „Ich denke, das wäre gut. Schließlich war die Verletzung sehr tief. Das lässt sich in einer Stunde noch gut erledigen. Ich bin ja durch den Quickie hier putzmunter geworden! Es war sehr schön mein Schatz!" „Ja, das war super, so wie immer! Ich bin auch nicht müde, wir geben uns ja gegenseitig Energien und saugen sie uns ja nicht gegenseitig aus!" „Gut, dann lass uns noch den Krankenbesuch machen! Du bist die allerbeste Assistentin die man sich wünschen kann. Du hast heute völlig geistesgegenwärtig reagiert, weißt du, ohne das Abklemmen der Arterie hätte wohl der Blutverlust bedenkliche Ausmaße angenommen."
„Danke! Dann nehme ich dein Kompliment gerne an. Ich kann es aber zurückgeben, denn deine sehr geschickten Hände sind Goldwert. Ich könnte das nicht, nicht diese Feinarbeit mit der Nadel und so erfolgreich wie du das mit Links erledigst. Ich bin fertig, wir können dann los!" Ein letzter Kampf mit der Bürste und dann kann er mich wörtlich nehmen und wir marschieren los. Herr O. wird sich das gerne ersparen und so stören wir ihn nun nicht und gönnen ihm das Schläfchen von Herzen.
Die Siedlung befindet sich nicht weit von unserer Farm und wir können gemütlich dort hin laufen, mit dabei das Medizinköfferchen und eine kleine Flasche Sprudelwasser, um uns zu erfrischen. Wir sind nun beide schweigsam und genießen einfach nur die Natur. Wir brauchen nicht immer Dialoge!

Copyright 2009 Christine Barth

Black River und Little London

Heute möchte ich gar nicht wach werden, meine Augen fallen immer wieder zu und ich verharre in diesem Traum, der noch sehr Gegenwärtig und merkwürdig ist. Manchmal ist mir nicht ganz klar, ob es sich um eine Zeitreise handelt, oder es sich um einen banalen Nachttraum handelt. Eines steht fest, ich befand mich am Black River unweit eines Mangrovendschungels und vertäute gerade ein Kanu. Emsig pflücke ich ein paar Blüten einer Lianengattung und stecke diese in einen Beutel aus Leder. Ich beobachte fasziniert eine Eidechse die genüsslich ein Insekt verspeist und kann nun ein kleines Krokodil ausmachen, welches unter mir seine Kreise zieht. Ich leere meinen Beutel und heraus fallen kleine milchige Edelsteine, winzige Knochenfragmente unbekannter Herkunft und es offenbart sich eine Kokosnuss, deren Inhalt aber keineswegs Kokosmark offenbart, vielmehr eine zähe braune Masse. Ich schmiere mich damit ein und gehe vorsichtig durch den Mangrovenwald. Nur wenige Minuten später erreiche ich ein Dorf und ich kann das Stimmengewirr von Menschen vernehmen, die jetzt neugierig aus ihren Hütten treten und mich scheinbar schon erwartet haben, denn sie laufen mir erfreut entgegen. Ich werde von einer alten, spindeldürren Frau in eine Hütte geführt und Wortreich versucht sie mir begreiflich zu machen, dass der junge Mann der auf einer Bastmatte liegt krank ist. Ich schaue in ein blasses Gesicht, welches mit Schweißperlen benetzt ist, ergreife den Unterarm des Patienten und fühle einen schnellen Puls. Meine Hände gleiten über den Körper hinweg und an der Lende kann ich eine klaffende Bisswunde ausmachen, die an den Wundrändern mit Eiter besetzt ist und penetrant stinkt. Inzwischen hat die alte Frau einen Topf mit siedendem Wasser herbeigeschafft und ich wühle nun in meinem Beutel herum und entnehme zwei kleine Schalen. Zuerst lasse ich ein paar der Blüten in eine der Schalen fallen, schütte das Wasser in die Schale, anschließend verrühre ich ein grobes Pulver mit etwas Wasser in der anderen Schale. Der junge Mann stöhnt leise und scheint wach zu werden und ich stütze ihn und flöße ihm jetzt den vorbereiteten Trunk ein, mit einem kleinen Rest wasche ich die Wunde aus. Inzwischen ist eine junge Frau in die Hütte getreten und hält einen feinen Stoff in den Händen. Ihre Augen lassen hier vermuten, dass sie geweint hat und ich segne sie mit einem Zauberspruch. Ich nehme mir das Tuch und gebe etwas von der Paste darauf und lege das Ganze auf die Wunde und verschnüre es mit dem Strang einer Liane, die ich aus meinem Beutel entnehme. Indessen scheint der Trank zu wirken, denn der junge Mann atmet ruhig und entspannt sich zunehmend. Ich entnehme aus dem Beutel ein paar kleine bernsteinfarbene Steine und lege sie in die Glut des kleinen Feuers und es entfaltet sich sogleich ein aromatischer Duft und Rauch steigt auf. Ich greife wieder in den Lederbeutel und habe jetzt einen kleinen dunklen Pilz in den Händen den ich in den Mund stecke und genüsslich kaue. Ich spüle mit einer Schale Wasser nach und setze mich zu den Kranken. Meine Hand streicht über den Körper des Kranken und ich summe leise vor mich hin, bis ich in einen melodischen Singsang übergehe. Unmittelbar ereignet sich etwas sehr Merkwürdiges, denn ich habe den Eindruck ich befinde mich in dem Körper des jungen Mannes, so als wäre ich ein mikroskopisch kleiner Punkt in der Blutbahn des Betroffenen. Ich selbst scheine aber lediglich ein lichtheller Energiekörper zu sein und gebe nun diese Energie an den Körper ab. Bei jedem meiner Atemzüge befinde ich mich immer abwechselnd in mir selbst und dann wieder in den Körper des Kranken. Nach einigen Minuten ist es ganz still und ich falle in eine tiefe Trance. Ich sehe einen Film vor meinem geistigen Auge an mir vorbeilaufen und ich kann den jungen Mann sehen wie er im Black River steht mit einem Speer in der Hand. Plötzlich schießt ein Krokodil hervor und reißt hungrig ein Stück Fleisch aus der Lende des jungen Mannes. Das Wasser färbt sich rot und ein spitzer Schrei folgt aus dem Mund des Mannes und mit letzter Kraft schleppt dieser sich an Land. Der Film läuft weiter und ich sehe den Verletzten auf einer Matte liegen und ich sitze neben ihm. Es folgt wieder ein Szenenwechsel und ich kann ihn jetzt von Weiten sehen wie er gesund und munter einen Säugling auf dem Arm wiegt und mich nun freudestrahlend anlächelt. Ich schlage jetzt die Augen auf und lächle, winke die junge Frau zu mir und streiche ihr über den flachen Leib und segne sie laut. Tränen der Sorge verwandeln sich jetzt in Freudentränen, denn ich habe ihr gerade mitgeteilt, dass ihr Gefährte wieder gesund wird und sie beide in zehn Monaten ein Kind haben werden. Jetzt sammle ich alle meine Utensilien ein und verstaue sie in meinen Beutel. Zuversichtlich verabschiede ich mich von der jungen Frau und der alten Frau und segne auch sie zum Schluss. Es erwarten mich vor der Hütte viele Bewohner die mir ein paar kleine blutrote Edelsteine und zwei Hühner überreichen. Ich nehme die Gaben an und gehe nun wieder zum Black River um ins Kanu zu steigen. Ich öffne meine Augen und bin wieder in meiner Realität zurückgekehrt und weiß jetzt, dass schon in Kürze Jemand nach mir rufen wird. Geschwind stehe ich auf und trete hinaus in die Sonne und kann Uwe in der Ferne sehen, wie er gerade ein paar Plantains, große Kochbananen, in einen Korb legt. Verschlafen winke ich ihm zu und setze mich erst einmal an den Tisch um eine Tasse Kaffee zu schlürfen. Ich grüble vor mich hin und reflektiere diesen merkwürdigen Traum. Ich bin mir sicher ich war eine Schamanin gewesen und nehme an, dass ich bei den Ureinwohnern der Insel Xaymaca gewesen war. Plötzlich steht Uwe neben mir und ich schrecke auf, so tief bin ich in Gedanken versunken. „Guten Morgen! Du siehst aus als hättest du eben gerade ein Gespenst bei uns gesehen!" „Nicht ganz, aber einen Traum hatte ich, der sehr merkwürdig war. Hast du noch etwas Brot für mich? Ich würde gerne von dem Callaloo kosten, dass du Gestern übrig hattest. Ich habe einen Bärenhunger!" „Aber sicher! Ich hole dir etwas davon." Uwe beobachtet mich aus den Augenwinkeln wie ich das Brot in das Gemüse brösle und anschließend genüsslich verspeise. Er hat Geduld gelernt und wartet auf meinen Report geduldig. „Vorweg eines, ich bin sicher, dass wir heute gerufen werden, weil es einen Kranken im nächsten Dorf gibt und wir sollten uns innerlich schon darauf vorbereiten und nachsehen ob wir noch genug Antibiotika im Kühlschrank haben. Es scheint sich um eine Verletzung zu handeln und deine Nähkünste werden gefragt sein." „Hast du wieder einer dieser Visionen gehabt?" „Ja, ich bin mir ziemlich sicher!" Im Anschluss sitzen wir bei einer Tasse Kaffe und Uwe lauscht aufmerksam der Schilderung meines Traumes. Anschließend schweigt er lange und sagt: „Komisch das Ganze, denn ich hatte sowieso vor dich zu fragen ob du nachher mit rüber nach Little London willst. Ich wollte dort einer alten Frau einen Besuch machen und ihr ein paar Eier bringen. Ihre Söhne arbeiten in Negril und haben nicht mehr jeden Tag Zeit um sie zu umsorgen. Bei der Gelegenheit dachte ich könntest du die Stoffe für Fat Mummy mitnehmen damit sie die nähen kann." „Können wir machen! Ich werde Sicherheitshalber die Medizintasche mit allem notwendigen Bedarf mitnehmen. Wolltest du gleich los?" „Ja, wenn du bereit bist! Ich sage Alexander Bescheid, denn der wollte nachher mit den Jungs nach Negril fahren um an den Strand zu gehen. Raffa hat nämlich einen Auftrag dort und könnte sie im Taxi mitnehmen und am Abend abholen." „Hört sich gut an! Ein Wunder, dass er freiwillig zum Schwimmen gehen will, wo er sich doch sonst geniert und das Wort „Badehose" so etwas wie ein Fremdwort ist." „Neue Umstände, neue Freunde und schon verlieren sich alte Muster gänzlich. Überhaupt finde ich sollten wir sonntags gemeinsam zum Strand fahren! Ein bisschen Spaß muss sein, denn ich würde dich gerne als Nixe im Meer schwimmen sehen. Was meinst du?" „Super Idee! Abends tanzen gehen wäre dann noch der absolute Superhit!" „Abgemacht! Ich sage jetzt Alexander Bescheid und dann gehen wir los!" Ich beobachte ein paar Eidechsen die sich genüsslich in der Sonne aalen und zwei der Hunde wollen gestreichelt werden. Aus dem Fell des Rüden hole ich eine Zecke und werfe sie ins Feuer. Dann gehe ich ins Haus und packe den Stoff in einen großen Beutel und inspiziere den Medizinkoffer. Alles da! Jetzt nur noch das Antibiotika und dann kann es losgehen. Draußen schlagen die Hunde laut an, das kündigt in der Regel seltenen Besuch an und ich trete vor das Haus um nachzusehen. Umringt von den Hunden steht dort vor Angst schlotternd ein dunkelhäutiger junger Mann und schaut mich Hilfe suchend an. Aus der Ferne pfeift Uwe beide Hunde zurück und begrüßt den Gast. Ich bedaure wieder einmal das Patois nicht zu beherrschen und folge

Anmerkungen des Autors:

Christine Barth, 1965 in Mainz geboren, verlebte ein Teil der Jugend in Berlin, im späteren Verlauf in Ibiza um eine Tauchlehrerausbildung abzuschließen.Anschließend führte sie eine Berufung zur Altenpflegerin wieder nach Berlin um dort ihre endgültige Bestimmung als esoterische Lebensberaterin und Schriftstellerin zu erfüllen. Die Autorin ist Lichtarbeiterin und überzeugte Buddhistin und Mutter zweier Söhne.

Christine Barth hat inzwischen 4 Bücher publiziert:

1) Die Göttin - eine magische Reise durch das Leben
2) Die Göttin - eine Reise ins Licht
3) Die Göttin - eine Reise nach Jamaika
4) Xaymaca - Der Schlüssel

Detaillierte Informationen finden sie auch auf der Homepage der Autorin:

www.biographie.jimdo.com

Zurück